Heinrich-Böll-Schule erneut als „Digitale Schule“ ausgezeichnet – Exzellenzstufe erreicht

Heinrich-Böll-Schule erneut als „Digitale Schule“ ausgezeichnet – Exzellenzstufe erreicht

Zum dritten Mal ist die Heinrich-Böll-Schule Fürth als „Digitale Schule“ ausgezeichnet worden. Bei der erneuten Zertifizierung erreichte die HBS in diesem Jahr zudem die Exzellenzstufe – eine besondere Anerkennung für die konsequente und nachhaltige Weiterentwicklung der digitalen Bildung an unserer Schule.

Die Auszeichnung wurde am 17. September 2026 im Rahmen einer landesweiten Ehrungsveranstaltung in Bensheim verliehen. Der Hessische Minister für Kultus, Bildung und Chancen, Armin Schwarz, würdigte gemeinsam mit der bundesweiten Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ insgesamt 88 Schulen aus Hessen. 42 Schulen erhielten das Signet „Digitale Schule“.

Für die Heinrich-Böll-Schule ist die erneute Ehrung etwas Besonderes: Bereits zum dritten Mal konnte die Schule die Fachjury überzeugen. Mit dem Erreichen der Exzellenzstufe wird dabei insbesondere sichtbar, dass digitale Schulentwicklung an der HBS kein zeitlich begrenztes Projekt ist. Vielmehr werden Konzepte entwickelt, erprobt, ausgewertet und kontinuierlich weiterentwickelt, sodass digitale Bildung dauerhaft im Schulalltag verankert ist.

Von „Digitale Welt“ zum verbindlichen Informatikunterricht

Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung des erweiterten Informatikunterrichts an der Heinrich-Böll-Schule. Als eine von zunächst zwölf hessischen Pilotschulen startete die HBS im Schuljahr 2022/23 mit dem neuen Unterrichtsfach „Digitale Welt“. Der Schulversuch verband informatische Grundlagen mit Medienbildung sowie gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Fragestellungen.

Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt hat die Heinrich-Böll-Schule inzwischen konsequent weiterentwickelt: Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 erhalten an der HBS zwei Wochenstunden verbindlichen Unterricht in „Digitaler Kompetenz“.

Damit beginnt informatische Bildung nicht erst in höheren Jahrgangsstufen oder als freiwilliges Wahlangebot. Bereits die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe erwerben systematisch informatische Grundkenntnisse und lernen, digitale Technologien nicht nur anzuwenden, sondern zunehmend auch deren Funktionsweise zu verstehen.

Die HBS setzt damit bereits heute einen Schwerpunkt, den das Land Hessen in den kommenden Jahren weiter ausbauen möchte. Ab dem Schuljahr 2027/28 soll nach den Planungen des Landes zunächst das einstündige Pflichtfach „KI und Digitale Welt“ in Jahrgangsstufe 5 eingeführt werden. Die HBS verfügt mit ihrem zweistündigen Unterricht in „Digitaler Kompetenz“ bereits heute über ein umfangreiches verbindliches Angebot in diesem Bereich.

Digitale Bildung ist mehr als technische Ausstattung

Die Auszeichnung „Digitale Schule“ betrachtet Digitalisierung umfassend. Bewertet wird nicht allein, welche technischen Geräte einer Schule zur Verfügung stehen. Entscheidend ist vielmehr, wie digitale Bildung im Unterricht und in der Schulentwicklung verankert ist und wie Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden.

An der Heinrich-Böll-Schule zeigt sich dies inzwischen in vielen Bereichen des Schulalltags. Digitale Werkzeuge gehören selbstverständlich zum Unterricht, gleichzeitig werden informatische Kompetenzen gezielt und verbindlich aufgebaut.

Auch über den regulären Informatikunterricht hinaus bestehen Möglichkeiten des praktischen und kreativen Arbeitens. Im „MakerSpace“ können Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln, digital konstruieren, programmieren und schließlich praktisch umsetzen. Informatik und Digitalisierung werden so nicht nur theoretisch vermittelt, sondern unmittelbar ausprobiert und erfahrbar gemacht.

Dabei geht es der HBS ausdrücklich nicht um Digitalisierung um ihrer selbst willen. Digitale Werkzeuge sollen Lernen dort unterstützen, wo sie einen pädagogischen Mehrwert bieten. Ebenso wichtig sind ein reflektierter Umgang mit Medien, Datenschutz und Informationskompetenz. Mit der rasanten Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz gewinnt zudem die Fähigkeit an Bedeutung, digitale und KI-generierte Inhalte zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen.

Dritte Auszeichnung bestätigt nachhaltige Entwicklung

Das Signet „Digitale Schule“ wird jeweils für drei Jahre vergeben. Danach müssen Schulen erneut nachweisen, wie sich ihre digitale Schulentwicklung fortgesetzt hat. Dass die Heinrich-Böll-Schule nun bereits zum dritten Mal erfolgreich ausgezeichnet wurde und dabei die Exzellenzstufe erreicht hat, ist damit auch eine Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Jahre.

Hinter dieser Entwicklung stehen viele Menschen: Lehrkräfte, die Unterrichtskonzepte entwickeln und erproben, Schülerinnen und Schüler, die neue Lernformen mitgestalten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und externe Partner, die die technische und pädagogische Weiterentwicklung unterstützen.

Kultusminister Armin Schwarz würdigte bei der Veranstaltung das Engagement der ausgezeichneten Schulen. Sie machten MINT- und digitale Bildung mit Engagement, Kreativität und Zukunftsorientierung lebendig und vermittelten jungen Menschen Kompetenzen, die sie für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg benötigen.

Die erneute Auszeichnung ist für die HBS deshalb mehr als ein Siegel an der Eingangstür. Sie würdigt die gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre und gibt zugleich Rückenwind für die weitere Entwicklung der digitalen Bildung.

Heinrich-Böll-Schule demnächst bundesweit „im Fokus“

Eine weitere Anerkennung steht bereits bevor: Die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ wird die Heinrich-Böll-Schule in ihrer Reihe „Im Fokus“ ausführlich porträtieren. Dort werden ausgezeichnete Schulen und ihre besonderen Konzepte vorgestellt. Die HBS erhält damit die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Ideen zur digitalen Schulentwicklung auch über die Region hinaus zu präsentieren.

Die dritte Auszeichnung und das Erreichen der Exzellenzstufe markieren damit keinen Abschluss. Sie stehen vielmehr für einen Entwicklungsprozess, der weitergeht. Denn „Digitale Schule“ zu sein bedeutet für die Heinrich-Böll-Schule nicht, einen einmal erreichten Stand zu bewahren, sondern digitale Bildung gemeinsam weiterzudenken und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Gruppenfoto mit Politikern und Lehrkräften bei der Ehrungsfeier zur Digitalen Schule

Gemeinsam neu durchstarten

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Sport, Teamgeist und gute Stimmung bei den Bundesjugendspielen

Sport, Teamgeist und gute Stimmung bei den Bundesjugendspielen

Sonnenschein, Musik und jede Menge Bewegung: Am Dienstag, den 8. September, standen an der Heinrich-Böll-Schule die diesjährigen Bundesjugendspiele auf dem Programm. Bei bestem Wetter zeigten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 9 ihr Können in verschiedenen leichtathletischen Disziplinen. Dabei ging es nicht nur um sportliche Leistungen, sondern auch um Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und jede Menge Spaß.

Auf dem Sportplatz wurde gesprintet, gesprungen, geworfen und gelaufen. In insgesamt vier Disziplinen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen: Sprint, Weitsprung, Weitwurf und Ausdauerlauf über 800 Meter. Während an den einzelnen Stationen um möglichst gute Leistungen gekämpft wurde, sorgte Musik, die über den Platz schallte, für eine ausgelassene Atmosphäre. Besonders beim abschließenden Ausdauerlauf zeigte sich, dass bei den Bundesjugendspielen nicht nur die individuelle Leistung zählt. Schülerinnen und Schüler feuerten sich gegenseitig an und unterstützten sich bis ins Ziel. Einige liefen sogar Arm in Arm über die Ziellinie und lieferten auf diese Weise ein schönes Zeichen für den Gemeinschaftsgeist, der den Sporttag prägte.

Zehntklässler unterstützen bei der Durchführung

Eine wichtige Unterstützung bei der Organisation waren die Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs. Sie übernahmen verschiedene Aufgaben als Helfer sowie Riegenführer und sorgten damit gemeinsam mit den Lehrkräften für einen reibungslosen Ablauf. So konnten die jüngeren Schülerinnen und Schüler ihre Stationen nacheinander absolvieren und sich ganz auf ihre sportlichen Leistungen konzentrieren.

Die Bundesjugendspiele sind ein fester Bestandteil des Schulsports. Sie werden an allgemeinbildenden Schulen jährlich verbindlich durchgeführt. Dabei sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ihre sportlichen Fähigkeiten zu zeigen und persönliche Leistungen zu erzielen.

Zahlreiche Urkunden für starke Leistungen

Am Ende durften sich viele Schülerinnen und Schüler über eine Auszeichnung freuen. Insgesamt wurden 277 Teilnehmerurkunden, 251 Siegerurkunden und 96 Ehrenurkunden vergeben. Besonders erfolgreich waren dabei in den einzelnen Jahrgängen Lea Frieß und Luca Schneider (beide 5/1), Linda Pfeifer (6/5) und Lawand Yousif (6/4) sowie Alessia Iula (7/4) und John Renkert (7/2). Im achten Jahrgang konnten Melissa Keil (8/5) und Ilie Balan (8/7) besonders gute Leistungen erzielen. Die erfolgreichsten Sportler im Jahrgang 9 waren Marina Aizel (9/1) und Manuel Sanchez (9/6).

Herzlichen Glückwunsch an alle Schülerinnen und Schüler, die sich den Herausforderungen der Bundesjugendspiele gestellt und ihr Bestes gegeben haben!

Weitsprung Station bei den Bundesjugendspielen mit Helfern und Schüler/innen

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„Young Mentors“: Schülerinnen und Schüler werden zu Wertebotschaftern

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Was bedeutet Respekt im Schulalltag? Wie gelingt ein gutes Miteinander in einer Klasse? Und welche Rolle spielen Höflichkeit und Anstand im Umgang miteinander? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der WPU-Kurs „Young Mentors“ im Jahrgang 10 der Heinrich-Böll-Schule.

WPU steht für Wahlpflichtunterricht und ist an der Odenwälder Gesamtschule ein etabliertes Konzept. Schülerinnen und Schüler können dabei aus verschiedenen Kursangeboten wählen und sich entsprechend ihrer Interessen für ein bestimmtes Thema entscheiden. Anders als im regulären Fachunterricht steht häufig das praktische Arbeiten, die Projektarbeit oder die Vertiefung eines besonderen Interessengebiets im Mittelpunkt. In diesem Schuljahr wird an der HBS ein spezieller Kurs mit sozialem Fokus angeboten. Im WPU-Kurs „Young Mentors“ von Lehrkraft Nicole Agostin geht es in diesem Schuljahr vor allem um Werte, Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander. Hier entwickeln die Jugendlichen eigene Konzepte, mit denen sie später jüngeren Schülerinnen und Schülern, insbesondere aus den fünften und sechsten Klassen, ihre Themen näherbringen möchten.

Von Jugendlichen für Jugendliche

Die Themen sind dabei bewusst nah am Schulalltag gewählt. Eine Gruppe beschäftigt sich mit Respekt gegenüber Mitschülerinnen und Mitschülern, eine weitere mit Anstand im Umgang mit Lehrkräften. Andere Gruppen setzen sich mit der Frage auseinander, wie eine gute Gemeinschaft innerhalb einer Klasse entstehen kann oder welche Bedeutung Höflichkeit und eine respektvolle Sprache im täglichen Miteinander haben.

Dabei sollen die Jugendlichen nicht einfach fertige Regeln an jüngere Schülerinnen und Schüler weitergeben. Vielmehr entwickeln sie eigene Methoden und Konzepte, mit denen sie die Themen verständlich und interessant vermitteln können. Ab Januar sollen die „Young Mentors“ dann selbst in die fünften und sechsten Klassen gehen, ihre Konzepte vorstellen und ihre Werte auf unterschiedliche Weise vermitteln. Geplant sind bisher eine musikalische Inszenierung, Rollenspiele und andere kreative Formen, mit denen die Schülerinnen und Schüler ihre Botschaften für die jüngeren Klassen greifbar machen.

Für Nicole Agostin liegt genau darin ein besonderer Reiz des Projekts: „Das Spannende ist, dass die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Rollen schlüpfen. Zuerst sind sie selbst Lernende, später übernehmen sie die Coachingrolle und vermitteln ihre Erfahrungen an jüngere Schülerinnen und Schüler.“ Dabei gehe es auch darum, Werte nicht nur innerhalb der „Schulmauern“ zu thematisieren, sondern den Jugendlichen zu vermitteln, welche Bedeutung sie für das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben haben. „Werte sind in unserer heutigen Gesellschaft etwas in Vergessenheit geraten“, so die Lehrkraft für Berufsorientierung.

Begegnungen mit Experten

Eine wichtige Rolle spielen die regelmäßigen Treffen mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen und beruflichen Lebens. Ende August erhielten die Schülerinnen und Schüler einen ersten Impuls von Max Schmidt von Hammerjobs. Im September folgten Besuche der Firma Freudenberg und des Lions Club Bergstraße. Weitere Termine mit Bürgermeister Volker Öhlenschläger am 19. Oktober und einer diplomierten Stress- und Mentalcoachin am 9. November sind geplant. Dabei soll es um persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Verantwortung und die Bedeutung von Werten für das Zusammenleben gehen.

Die Jugendlichen bereiten sich auf die Begegnungen jeweils intensiv vor. Bevor ein Experte zu Besuch kommt, informieren sie sich über das jeweilige Unternehmen oder den jeweiligen Tätigkeitsbereich und überlegen sich gezielte Fragen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, welche Werte im Berufsleben und in einem Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Gerade die persönlichen Einblicke der Experten kommen bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Besonders hilfreich finden sie, dass die Gäste nicht nur theoretisch über Werte sprechen, sondern auch aus ihrem Berufsleben berichten und dabei aus dem „Nähkästchen plaudern“. So erfahren die Jugendlichen, wie sich Werte wie Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit oder Zuverlässigkeit tatsächlich im Arbeitsalltag zeigen.

Ein weiterer Bestandteil des Kurses ist ein Handyworkshop für Seniorinnen und Senioren, bei dem einige Schülerinnen und Schüler ihr Wissen weitergeben und ältere Menschen im Umgang mit digitalen Geräten unterstützen. Auch hier übernehmen die Jugendlichen Verantwortung und erleben, wie Wissen und gegenseitige Unterstützung über Generationen hinweg funktionieren können.

Werte selbst erleben und weitergeben

„Young Mentors“ versteht sich als Projekt, bei dem Jugendliche nicht nur über Werte sprechen, sondern selbst aktiv werden. Sie lernen zunächst von anderen, setzen sich mit ihren eigenen Vorstellungen auseinander und entwickeln daraus anschließend eigene Ideen für jüngere Schülerinnen und Schüler. Dabei gilt für die Kursleiterin auch ein Grundsatz, der gut zum gesamten Projekt passt: „Einfach mal machen, könnte gut werden.“ 

Zum Abschluss des Projekts soll daher nicht nur das Ergebnis der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. Die Heinrich-Böll-Schule und Nicole Agostin möchten vor allem auch den Menschen danken, die den Kurs durch ihre Zeit und ihre persönlichen Erfahrungen bereichern: „Ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön an alle Expertinnen und Experten, die sich auf das Projekt eingelassen und den Jugendlichen wertvolle Einblicke in die Bedeutung von Werten im Berufs- und Gesellschaftsleben gegeben haben.“

 

Gruppenfoto vor dem Smartboard mit den neuen Mentor/innenAuch die Firma Freudenberg war bereits an der HBS zu Gast.

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Religion mit allen Sinnen erfahrbar machen

Religion mit allen Sinnen erfahrbar machen

Wie kann man Schülerinnen und Schülern Religion näherbringen, wenn selbst grundlegendes Wissen über den eigenen oder fremden Glauben zunehmend fehlt? An der Heinrich-Böll-Schule in Fürth geht man dabei einen besonderen Weg: Mit speziell zusammengestellten Lernkoffern soll Religion greifbar, erfahrbar und zum Anlass für gemeinsame Gespräche werden.

Über Religion zu sprechen, ist nicht immer einfach. Noch schwieriger kann es sein, einen anderen Glauben zu verstehen oder einen Bezug zum eigenen Alltag herzustellen. Häufig stehen dabei zunächst Vorurteile im Raum. Genau hier setzt die Lernbox „Islamische LebensArt“ an. Entwickelt wurde sie vom Islamwissenschaftler Shafe Ahmad Pal und Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann. Herausgekommen ist eine Sammlung verschiedener Gegenstände und Materialien, die Schülerinnen und Schüler dazu einlädt, sich dem Islam auf eine besondere Weise zu nähern.

Wie vielfältig die Materialien sind, zeigt ein Blick in die Box: In einer eigens angefertigten Holzkiste befinden sich beispielsweise die fünf Säulen des Islam, die als einzelne beschriftete Holzsäulen dargestellt sind. Die passende Holzbox wurde von Rainer Arnold, ebenfalls Lehrer an der Heinrich-Böll-Schule, angefertigt. Daneben finden sich unter anderem ein bunter Gebetsteppich und verschiedene Gewürze. Auch das Thema „erlaubt und verboten“ wird über konkrete Gegenstände greifbar. Auf einem roten Tuch liegen beispielsweise Gummibärchen mit Schweinegelatine, eine kleine Flasche Wein und Zigaretten, also Gegenstände, die im Islam als verboten gelten. Auf einem grünen Tuch finden sich dagegen erlaubte Lebensmittel, etwa Gummibärchen ohne Schweinegelatine. Die Schülerinnen und Schüler können die Gegenstände zunächst betrachten, anfassen und eigene Vermutungen anstellen, bevor die Lehrkraft die entsprechenden Hintergründe erklärt.

Dabei geht es bewusst nicht darum, den Schülerinnen und Schülern zu jedem Gegenstand sofort eine fertige Erklärung zu präsentieren. Vielmehr steht zunächst das eigene Entdecken im Mittelpunkt. Die weiterführenden Informationen erhalten die Schülerinnen und Schüler anschließend durch die Lehrkraft. Für diese gibt es ein 25-seitiges Begleitheft mit Hintergrundinformationen und Anregungen für den Einsatz im Unterricht. „Wenn ich etwas mit allen Sinnen erfahre, kann ich mich leichter auf eine andere Sichtweise einlassen“, erklärt Holzapfel-Hesselmann. Die Lernbox soll Interesse wecken, Fragen zulassen und vor allem dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Religionen kennenlernen und gegenseitig Verständnis fördern

Die Lernbox verfolgt dabei nicht das Ziel, Religion lediglich in Form von Faktenwissen zu vermitteln. Vielmehr soll sie Schülerinnen und Schüler dazu anregen, religiöse Aspekte auch mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen. Was bedeutet Religion im Alltag? Welche Gegenstände, Rituale oder Traditionen spielen eine Rolle? Und welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede gibt es zu den eigenen Erfahrungen? Gerade diese Fragen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, gegenseitiges Verständnis zu fördern. „Wir wollen nicht nur über Religion sprechen, sondern einen Zugang schaffen, der neugierig macht“, so die Schulpfarrerin und Lehrerin.

Die „Islamische LebensArt“ gibt es trotz der individuellen Zusammenstellung gleich dreimal. Auch für das Christentum entsteht derzeit eine entsprechende Lernbox. Im schulischen Alltag stellen die Religionslehrkräfte nämlich zunehmend fest, dass selbst grundlegendes Wissen nicht mehr selbstverständlich ist. Deshalb hat die Pädagogin bereits ein inhaltliches Gerüst für den Koffer „Christliche LebensArt“ entwickelt. Die konkreten Materialien sollen in den kommenden Wochen zusammengetragen werden. Dabei wird die christliche Box bewusst keine einfache Wiederholung klassischer Unterrichtszusammenfassungen sein. Auch hier soll es darum gehen, Religion über konkrete Erfahrungen zugänglich zu machen und Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken und Austauschen anzuregen. Von der „Christlichen LebensArt“ wird es zunächst zwei Koffer geben.

Begeisterung auch im Kirchlichen Schulamt

Auch Silke Hagemann, Leiterin des Kirchlichen Schulamtes, zeigt sich von dem Konzept begeistert. Besonders die greifbare und anschauliche Umsetzung des Themas Islam überzeugt sie. Gleichzeitig blickt sie mit Vorfreude auf die Fertigstellung der christlichen Lernbox, die einen ganz eigenen Zugang zum Thema ermöglichen soll. Religion wird auf diese Weise nicht nur zum Unterrichtsthema, sondern zum Ausgangspunkt für Begegnungen, Interesse und gegenseitiges Verständnis.

Schüler/innen der 10. Klasse bei einem Workshop über Religion im Klassenraum

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Ernährungswissen, das Spaß macht

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Heinrich-Böll-Schule zu Gast im EDEKA-Markt Bylitza

Fünf Klassen der Heinrich-Böll-Schule Fürth waren letzte Woche zu Gast im EDEKA-Markt Bylitza. Bei abwechslungsreichen Workshops beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit bewusster Ernährung, Lebensmitteln und der Frage, wie sich Ernährungswissen ganz praktisch in den Alltag übertragen lässt.

Schüler der HBS stehen vor dem Edeka Bylitza in Fürth

Wie viel Zucker steckt eigentlich in einem Getränk? Welche Rolle spielen Kohlenhydrate, Proteine und Fette in unserer Ernährung? Und wie sieht ein gesundes Frühstück aus, das ausgewogen ist und gleichzeitig schmeckt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen bei ihrem Besuch im EDEKA-Markt Bylitza. Dabei stand nicht trockene Theorie, sondern vor allem das eigene Mitmachen im Mittelpunkt. Bei einem Ernährungs-Kahoot konnten die Schülerinnen und Schüler zunächst spielerisch ihr Wissen testen und dabei gleichzeitig Neues lernen. Anschließend ging es um die verschiedenen Bestandteile unserer Lebensmittel. Dabei erfuhren die Jugendlichen unter anderem, welche Bedeutung Kohlenhydrate und Proteine für eine ausgewogene Ernährung haben.

Besonders anschaulich wurde es beim Thema Zucker. Gemeinsam wurde berechnet und sichtbar gemacht, wie viele Würfelzucker beispielsweise in verschiedenen Getränken und Lebensmitteln stecken. Was auf der Verpackung zunächst nach einer abstrakten Mengenangabe aussieht, wurde dadurch plötzlich greifbar und sorgte bei so manchem für einen überraschenden Aha-Moment. Auch das Thema Frühstück wurde ganz praktisch angegangen. Mithilfe verschiedener Lebensmittelkarten stellten die Schülerinnen und Schüler zunächst ihr eigenes ausgewogenes Frühstück zusammen. Anschließend durften sie selbst aktiv werden: Gemeinsam wurden verschiedene Speisen zubereitet und natürlich auch probiert. So verband der Workshop Wissensvermittlung mit praktischen Erfahrungen und jeder Menge Freude am gemeinsamen Lernen.

Lernen über Ernährung und über die eigene Zukunft

Hinter dem Angebot steht der Anspruch, den Schülerinnen und Schülern Ernährungswissen lebensnah zu vermitteln und ihnen gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen eines Lebensmittelmarktes zu ermöglichen. „Wir verstehen uns als Teil der Region und möchten deshalb auch über den täglichen Einkauf hinaus Verantwortung übernehmen“, erklärt Dominic Bylitza, der die Aktion organisiert hat. „Mit dem Angebot für Schulklassen können wir Ernährungswissen ganz praktisch und mit viel Freude vermitteln.“

Neben den Workshops für die Schülerinnen und Schüler gab es auch eine Abendveranstaltung für die Lehrkräfte der Heinrich-Böll-Schule. In geselliger Atmosphäre erhielten sie Einblicke in die vielfältigen Ausbildungs- und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bei EDEKA. Damit wurde neben der Ernährungsbildung auch ein für die Schule wichtiges Thema aufgegriffen: die berufliche Orientierung und die vielfältigen Perspektiven für junge Menschen.

Schüler/innen bei Workshops im Edeka zu gesunder Ernährung

Eine weitere Gelegenheit, sich über berufliche Möglichkeiten zu informieren, bot die Ausbildungsmesse am vergangenen Freitag auf dem Gelände des EDEKA-Marktes Bylitza. Dort konnten sich Jugendliche unmittelbar über verschiedene Ausbildungsberufe, Karrierewege und Zukunftsperspektiven informieren und mit Unternehmen ins Gespräch kommen.

Schüler/innen nehmen im Edeka an Workshops zum Thema Ernährung teil

Die Heinrich-Böll-Schule bedankt sich herzlich bei Dominic Bylitza und dem gesamten Team des EDEKA-Marktes für die Gastfreundschaft, die Organisation und das große Engagement.

Der Besuch hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll außerschulische Lernorte sein können: Lernen wird besonders dann greifbar, wenn Wissen ausprobiert, erlebt und direkt mit dem eigenen Alltag verbunden werden kann.

 

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