Spielboxen animieren zum Agieren unter besonderen Vorzeichen / Angebot an der HBS
Fürth. Bücher sind wertvolle Informationsquellen. Experten, Betroffene und Zeitzeugen gewähren interessante Einblicke. Wichtig sind für Kinder und Jugendliche aber besonders eigene Erlebnisse und Erfahrungen, die sie selbst sammeln. Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann suchte eine Möglichkeit, den Schülern der Heinrich-Böll-Schule auf möglichst spielerisch-leichte Weise schwierige Themen und Probleme näher zu bringen. Sie organisierte mehrere „Spielboxen“, die zum Spielen und Experimentieren animieren und sich mit den Themen „Behinderung“, „soziales Miteinander“ und „Gemeinschaftsgefühl“ befassen.
„Auf die Idee, solche Boxen zusammen zu stellen, brachte mich eine Sammlung der Christoffel-Blindenmission“, erzählt die Schulpfarrerin. Sie war sofort begeistert von der „Blindenbox“, die Utensilien wie einen „Cash Tester“ enthält. Mit diesem Gerät ist es blinden Menschen möglich festzustellen, welchen Euroschein er in Händen hält. „Alle Spiele und Geräte tragen dazu bei, dass die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, wie es sich anfühlt, als Blinder im Alltag zu agieren“, betont Barbara Holzapfel-Hesselmann.
Die „Blindenbox“ war die Initialzündung für weitere „Box-Ideen“. Schnell kreierte die rührige Pfarrerin eine „Sozialbox“. Was steckt hinter diesem Begriff? Die Kiste enthält Spiele, die man nur mit anderen Schülern nutzen kann. Ziel sei es, so die Seelsorgerin ausführend, möglichst harmonisch miteinander umzugehen und zu merken, dass man auch mit Mitschülern, mit denen man vielleicht vorher leicht in Streit geraten sei, Spaß haben und ein Ziel erreichen könne.
Das „Boxen-Trio“ komplettiert die „Teamspiel-Box Zwei“, wobei die Zahl zwei für die Mindestzahl an Spielteilnehmern steht. Manche Spiele bieten 16 Teilnehmern die Gelegenheit, Geschicklichkeit und Kreativität unter Beweis zu stellen. „Diese Spielbox sorgt dafür, dass die Schüler viel Spaß an Bewegung bekommen und obendrein das Gemeinschaftsgefühl gefördert wird“, betont Barbara Holzapfel-Hesselmann.
Die von der Schulpfarrerin der integrierten Gesamtschule organisierten Boxen stießen auf großes Interesse im Kollegium. Sobald die Corona-Pandemie Geschichte ist und der Schulalltag wieder ohne Einschränkungen verläuft, werden die Boxen vielgenutzte Angebote sein. Schulleiter Alexander Hauptmann lobte die Initiative der rührigen Schulpfarrerin, die immer wieder mit bemerkenswerten Projekten wichtige Impulse zur Förderung sozialer Kompetenzen bei den Schülern setze. Der Dank der Schulpfarrerin gilt dem Förderverein der Heinrich-Böll-Schule, der die Anschaffungskosten komplett übernahm.

SPIELBOXEN. Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann organisierte für die Schüler der Heinrich-Böll-Schule drei interessante Spielboxen, die wichtige soziale Felder thematisieren.
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