Zum dritten Mal ist die Heinrich-Böll-Schule Fürth als „Digitale Schule“ ausgezeichnet worden. Bei der erneuten Zertifizierung erreichte die HBS in diesem Jahr zudem die Exzellenzstufe – eine besondere Anerkennung für die konsequente und nachhaltige Weiterentwicklung der digitalen Bildung an unserer Schule.
Die Auszeichnung wurde am 17. September 2026 im Rahmen einer landesweiten Ehrungsveranstaltung in Bensheim verliehen. Der Hessische Minister für Kultus, Bildung und Chancen, Armin Schwarz, würdigte gemeinsam mit der bundesweiten Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ insgesamt 88 Schulen aus Hessen. 42 Schulen erhielten das Signet „Digitale Schule“.
Für die Heinrich-Böll-Schule ist die erneute Ehrung etwas Besonderes: Bereits zum dritten Mal konnte die Schule die Fachjury überzeugen. Mit dem Erreichen der Exzellenzstufe wird dabei insbesondere sichtbar, dass digitale Schulentwicklung an der HBS kein zeitlich begrenztes Projekt ist. Vielmehr werden Konzepte entwickelt, erprobt, ausgewertet und kontinuierlich weiterentwickelt, sodass digitale Bildung dauerhaft im Schulalltag verankert ist.
Von „Digitale Welt“ zum verbindlichen Informatikunterricht
Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung des erweiterten Informatikunterrichts an der Heinrich-Böll-Schule. Als eine von zunächst zwölf hessischen Pilotschulen startete die HBS im Schuljahr 2022/23 mit dem neuen Unterrichtsfach „Digitale Welt“. Der Schulversuch verband informatische Grundlagen mit Medienbildung sowie gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Fragestellungen.
Die Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt hat die Heinrich-Böll-Schule inzwischen konsequent weiterentwickelt: Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 erhalten an der HBS zwei Wochenstunden verbindlichen Unterricht in „Digitaler Kompetenz“.
Damit beginnt informatische Bildung nicht erst in höheren Jahrgangsstufen oder als freiwilliges Wahlangebot. Bereits die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe erwerben systematisch informatische Grundkenntnisse und lernen, digitale Technologien nicht nur anzuwenden, sondern zunehmend auch deren Funktionsweise zu verstehen.
Die HBS setzt damit bereits heute einen Schwerpunkt, den das Land Hessen in den kommenden Jahren weiter ausbauen möchte. Ab dem Schuljahr 2027/28 soll nach den Planungen des Landes zunächst das einstündige Pflichtfach „KI und Digitale Welt“ in Jahrgangsstufe 5 eingeführt werden. Die HBS verfügt mit ihrem zweistündigen Unterricht in „Digitaler Kompetenz“ bereits heute über ein umfangreiches verbindliches Angebot in diesem Bereich.
Digitale Bildung ist mehr als technische Ausstattung
Die Auszeichnung „Digitale Schule“ betrachtet Digitalisierung umfassend. Bewertet wird nicht allein, welche technischen Geräte einer Schule zur Verfügung stehen. Entscheidend ist vielmehr, wie digitale Bildung im Unterricht und in der Schulentwicklung verankert ist und wie Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorbereitet werden.
An der Heinrich-Böll-Schule zeigt sich dies inzwischen in vielen Bereichen des Schulalltags. Digitale Werkzeuge gehören selbstverständlich zum Unterricht, gleichzeitig werden informatische Kompetenzen gezielt und verbindlich aufgebaut.
Auch über den regulären Informatikunterricht hinaus bestehen Möglichkeiten des praktischen und kreativen Arbeitens. Im „MakerSpace“ können Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln, digital konstruieren, programmieren und schließlich praktisch umsetzen. Informatik und Digitalisierung werden so nicht nur theoretisch vermittelt, sondern unmittelbar ausprobiert und erfahrbar gemacht.
Dabei geht es der HBS ausdrücklich nicht um Digitalisierung um ihrer selbst willen. Digitale Werkzeuge sollen Lernen dort unterstützen, wo sie einen pädagogischen Mehrwert bieten. Ebenso wichtig sind ein reflektierter Umgang mit Medien, Datenschutz und Informationskompetenz. Mit der rasanten Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz gewinnt zudem die Fähigkeit an Bedeutung, digitale und KI-generierte Inhalte zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll einzusetzen.
Dritte Auszeichnung bestätigt nachhaltige Entwicklung
Das Signet „Digitale Schule“ wird jeweils für drei Jahre vergeben. Danach müssen Schulen erneut nachweisen, wie sich ihre digitale Schulentwicklung fortgesetzt hat. Dass die Heinrich-Böll-Schule nun bereits zum dritten Mal erfolgreich ausgezeichnet wurde und dabei die Exzellenzstufe erreicht hat, ist damit auch eine Anerkennung für die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Jahre.
Hinter dieser Entwicklung stehen viele Menschen: Lehrkräfte, die Unterrichtskonzepte entwickeln und erproben, Schülerinnen und Schüler, die neue Lernformen mitgestalten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und externe Partner, die die technische und pädagogische Weiterentwicklung unterstützen.
Kultusminister Armin Schwarz würdigte bei der Veranstaltung das Engagement der ausgezeichneten Schulen. Sie machten MINT- und digitale Bildung mit Engagement, Kreativität und Zukunftsorientierung lebendig und vermittelten jungen Menschen Kompetenzen, die sie für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg benötigen.
Die erneute Auszeichnung ist für die HBS deshalb mehr als ein Siegel an der Eingangstür. Sie würdigt die gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre und gibt zugleich Rückenwind für die weitere Entwicklung der digitalen Bildung.
Heinrich-Böll-Schule demnächst bundesweit „im Fokus“
Eine weitere Anerkennung steht bereits bevor: Die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ wird die Heinrich-Böll-Schule in ihrer Reihe „Im Fokus“ ausführlich porträtieren. Dort werden ausgezeichnete Schulen und ihre besonderen Konzepte vorgestellt. Die HBS erhält damit die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Ideen zur digitalen Schulentwicklung auch über die Region hinaus zu präsentieren.
Die dritte Auszeichnung und das Erreichen der Exzellenzstufe markieren damit keinen Abschluss. Sie stehen vielmehr für einen Entwicklungsprozess, der weitergeht. Denn „Digitale Schule“ zu sein bedeutet für die Heinrich-Böll-Schule nicht, einen einmal erreichten Stand zu bewahren, sondern digitale Bildung gemeinsam weiterzudenken und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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