{"id":4230,"date":"2021-04-21T08:10:54","date_gmt":"2021-04-21T06:10:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--hbs-frth-b6a.de\/?p=4230"},"modified":"2021-05-17T14:57:47","modified_gmt":"2021-05-17T12:57:47","slug":"wie-kann-man-nur-so-grausam-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--hbs-frth-b6a.de\/index.php\/wie-kann-man-nur-so-grausam-sein\/","title":{"rendered":"Wie kann man nur so grausam sein?"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_4,1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;]<\/p>\n<p><strong>Heinrich-B\u00f6ll-Sch\u00fcler im Gespr\u00e4ch mit Zeitzeugen der Nazi-Diktatur \/ Ersch\u00fcttert \u00fcber Brutalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcrth. \u201eWie kann man nur so grausam sein?\u201c In dieser von einer zutiefst ersch\u00fctterten Zehntkl\u00e4sslerin ge\u00e4u\u00dferten Frage kommt das komplette Unverst\u00e4ndnis \u00fcber die Gr\u00e4ueltaten der Nazi-Schergen zum Ausdruck. Schon vor dem Gespr\u00e4ch mit der Zeitzeugin Henriette Kretz war den Sch\u00fclern der Heinrich-B\u00f6ll-Schule klar, dass der Nazi-Terror kein \u201eVogelschiss in der deutschen Geschichte\u201c ist, wie sich rechte Populisten gerne auszudr\u00fccken pflegen. Das virtuelle Treffen mit Frau Kretz machte den Jugendlichen aber sehr eindr\u00fccklich bewusst, welche barbarische Grausamkeiten Menschen j\u00fcdischen Glaubens im \u201eDritten Reich\u201c erdulden mussten.<\/p>\n<p>Die integrierte Gesamtschule in F\u00fcrth stellt jedes Jahr den Kontakt zwischen betroffenen Zeitzeugen und Sch\u00fclern der Abschlussklassen her. Verantwortlich daf\u00fcr ist Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann, die das Angebot des Bistums Mainz nutzt. Das Bistum organisiert die Zusammenk\u00fcnfte zwischen Zeitzeugen und Jugendlichen. In diesem Jahr war ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch auf Grund der Pandemie nicht m\u00f6glich, deshalb traf man sich auf virtueller Ebene. \u201eDie neue Form der Kommunikation tat der Wirkung auf die Sch\u00fcler keinen Abbruch. Die Jugendlichen waren in jeder Minute ergriffen von den kaum zu fassenden Schilderungen von Frau Kretz\u201c, betonte Schulpfarrerin Barbara Holzapfel Hesselmann.<\/p>\n<p>Henriette Kretz wurde 1934 als Kind einer j\u00fcdischen Juristin und eines j\u00fcdischen Arztes in Polen geboren. Die Verfolgung ihrer Familie begann unmittelbar mit dem deutschen \u00dcberfall auf Polen im September 1939. Trotz versuchter Flucht wurde die Familie 1941 in ein Ghetto eingewiesen. Als die Familie nach einem Verrat abgef\u00fchrt wurde, wehrte sich ihr Vater. Er forderte seine Tochter auf, wegzulaufen. W\u00e4hrend das M\u00e4dchen die Flucht ergriff, wurden ihre Eltern erschossen. Sie schaffte es, unentdeckt zu einem katholischen Waisenhaus zu gelangen; dort fand sie Unterschlupf.<\/p>\n<p>Nach Ende des Krieges studierte sie in Belgien Kunstgeschichte und wurde Lehrerin f\u00fcr Franz\u00f6sisch in Israel, wo sie von 1956 bis 1969 lebte. Sp\u00e4ter kehrte sie nach Antwerpen zur\u00fcck. Henriette Kretz ist als Zeitzeugin f\u00fcr das Maximilian-Kolbe-Werk aktiv. Im Dezember 2020 wurde Henriette Kretz f\u00fcr ihr Engagement als Zeitzeugin vom deutschen Bundespr\u00e4sidenten Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.<\/p>\n<p>\u201eEs war beeindruckend, wie offen und ruhig Frau Kretz \u00fcber das Erlebte berichten konnte, ohne in Tr\u00e4nen auszubrechen\u201c, formulierte ein Sch\u00fcler seine Eindr\u00fccke. Sie habe, so erg\u00e4nzte ein Mitsch\u00fcler mitf\u00fchlend, \u201ebis heute ein traumatisiertes Leben gef\u00fchrt\u201c. Wie wichtig es f\u00fcr Jugendliche ist, mit Zeitzeugen zu reden, ging ebenfalls aus den Kommentaren der Sch\u00fcler hervor. \u201eIm Buch \u00fcber diese f\u00fcr Deutschland so besch\u00e4mende Zeit zu lesen, ist eine Sache, aber die schrecklichen Ereignisse aus dem Munde einer Person zu h\u00f6ren, die darunter gelitten hat, ist umso bewegender\u201c, erkl\u00e4rte eine Zehntkl\u00e4sslerin. \u201eDie Schilderungen sind jedem sehr nahe gegangen\u201c, fasste ein Sch\u00fcler zusammen. <br \/>Die Stellungnahmen der Jugendlichen zeigten, wie wichtig es sei, den Kontakt zu Zeitzeugen herzustellen, bilanzierte Schulpfarrerin Holzapfel-Hesselmann. Sie wei\u00df sehr wohl, dass es diese Chance nicht mehr lange geben wird. \u201eSo lange das Bistum Mainz uns diese M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, werden wir sie nutzen\u201c, erkl\u00e4rte die Schulpfarrerin abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>\u201eJugendliche k\u00f6nnen auf authentische Weise erfahren, wie menschenverachtend die Nazis handelten. Es ist bedeutsam, dass dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit ger\u00e4t, gerade in einer Zeit, in der rechte Populisten ein Mantel des Schweigens \u00fcber die Gr\u00e4ueltaten decken m\u00f6chten\u201c, konstatierte Schulleiter Alexander Hauptmann, der Schulpfarrerin Holzapfel-Hesselmann f\u00fcr die Organisation des Treffens dankte. <\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_blog show_author=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][\/et_pb_blog][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_4,1_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_column type=&#8220;3_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.6&#8243;] Heinrich-B\u00f6ll-Sch\u00fcler im Gespr\u00e4ch mit Zeitzeugen der Nazi-Diktatur \/ Ersch\u00fcttert \u00fcber Brutalit\u00e4t F\u00fcrth. \u201eWie kann man nur so grausam sein?\u201c In dieser von einer zutiefst ersch\u00fctterten Zehntkl\u00e4sslerin ge\u00e4u\u00dferten Frage kommt das komplette Unverst\u00e4ndnis \u00fcber die Gr\u00e4ueltaten der Nazi-Schergen zum Ausdruck. 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